| Das Internet ist ein flüchtiges und
vergängliches Medium. Bücher bleiben über lange Zeit erhalten, wenigstens einige Vertreter jeden Titels, . Einige gibt es noch seit der Erfindung des Buchdrucks. Trotz unserer im Vernichten immer erfolgreicheren Zeiten, macht bei höherer Auflage der weltweite Vertrieb Hoffnung, solange die Vernichtung nicht globale Dimensionen erfährt. Thukydides konnte lange vor jeder Druckmöglichkeit selbstbewußt vor 2000 Jahren seinem Geschichtswerk die Widmung mitgeben: kteima eis aei (Besitz für immer).Bis jetzt hat er Rrecht behalten.. Und solange unser Kulturkontinuum besteht, wird er Recht behalten. Es heißt verba volant, scripta manent (Worte [ver]fliegen, Geschriebens bleibt.) Das gilt, wie wir sehen, für Gedrucktes und Geschriebenes. Über längere Zeit sicher auch für und mit der Schreibmaschine oder Textverarbeitung Geschriebenes, auf nichtpapierenen Datenträgern oder mit dem Drucker auf Papier und Bewahrtes. Im Internet gilt es nur, solange der Text auf einem Server gespeichert ist. Damit ist für den kleinen Mann sofort Schluss, wenn er stirbt und seinen Provider nicht mehr monatlich bezahlt. Ein Verlust für Menschheit wird das in den seltensten Fällen sein. Spezielle Interessenten, Zeitgeschichtler und Nostalgie-Ausbeuter mögen es bedauern. Schön wäre schon, wenn man einiges oder Gedächtnisseiten für nahe Menschen wie Grabsteine eine Weile am Überleben halten könnte. Ich glaube sicher, dass solche Wünsche oder Bedürfnisse bestehen, ob sie nun "berechtigt" sind oder nicht. Es müssten sich Provider finden, die gegen Vorausszahlung oder irgendeine vermächtnisgebundene Weiterzahlung solche Seiten auf ihrem Server oder einem speziellen Archivserver bewahren, bis das gezahlte Geld alle ist. Außer dem einmaligen Upload (ggf. mit der Möglichkeit von Aktualisierungen auch noch zu Lebzeiten des Einbraingers) erfolgen keine Bewegungen und Veränderungen bis zur Löschung durch den Provider. Auch Zugriffe von Lesern und Downloads werden sich sehr in Grenzen halten bzw. bald abklingen. An einen eMail-Verkehr ist schon gar nicht zu deniken. Eigentlich nimmt es Wunder, dass keiner diese Marktlücke erschließt, zumal der Webspace sicher etwas gegen sonst überpreist sein könnte. Eine Möglichkeit des Hinterlassens besteht freilich immer: bewahren Sie alle Ihre Seiten auf einem Datenträger, am besten auf einer CD-ROM auf! Übergeben Sie diese einer Person, von der Sie ziemlich sicher sind, dass sie sie pietätvoll in einem Pappkarton auf den Speicher stellt. (6.5.2001) |
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