senex senibus (ein Alter für Alte)
Wir Alten sollten zusammenhalten. Uns plagen ähnliche Ängste und Sorgen. In vielem haben wir ähnliche Interessen und ähnliche Erwartungen. Vieles Neue, Laute, Schreiende, Hektische, vieles, worauf die Jugend und noch das Mittelalter scharf ist, spricht uns wenig an, löst manchmal Kopfschütteln aus. Nicht, dass wir das neue generell ablehnen, aber wir schätzen es nicht nur deshalb, weil es neu ist, gerade "in" ist, "modern", d.h. unter dem Trugbild des Fortschritts vorübergehend in Mode ist, "boomt". Vieles Neue aber ist besser als es das Alte war, selbst wenn es neue Probleme oder gar Gefahren aufwirft, Gewohntes und Liebgewordenes verdrängt. In diesem Sinne ist Fortschritt immer partieller Rückschritt und daher relativ. Vieles Gute ist hinzugekommen. Möglichkeiten haben sich eröffnet, an die früher nicht zu denken war. Dazu gehören Computer und Internet. Wer damit nichts am Hut hat, soll dazu nicht überredet werden. Aber er sollte es kennenlernen, es sich einmal ansehen, um zu erfahren, was ihn erwartet, was es ihm bieten könnte, was er versäumt, wenn er davon nichts (mehr) wissen will. Und er soll die Angst überwinden, er sei zu alt dazu, es lohne die Anschaffung und das Lernen nicht mehr, und er begreife es auf seine alten Tage doch nicht. Im Internet zu surfen ist fast das Einfachste an der Computerei. Eine Adresse einzugeben oder eine gespeicherte Adresse anzuklicken und sich dann von Link zu Link weiter durch die ganze Welt zu hangeln, ist das Allerleichteste. Und wenn die Maus zunächst der Hand nicht gehorchen will, dann liegt das nicht an den alten zittrigen Fingern, sondern es geht jedem Anfänger zunächst so. Ein Spiel, eine Patience etwa oder das Abgespeckte, das sich auf dem Computer Mahjongg nennt, wo man Karten oder Steine anklicken oder verschieben muss, ist eine gute Übung und wirkt bald Wunder. Bis dahin sollten wir selbst am meisten über unser Ungeschick lachen. Versuchen Sie einmal ihren vielleicht überheblichen Mentor mit der Maus auf Window's Paint zu porträtieren: Sie werden etwas zu lachen haben - er weniger.
Seiten für Alte werden anders
aussehen als Seiten für Junge. Blättern Sie einmal in einer
Internetzeitschrift, die für die Jugend gemacht ist, Sie werden verstehn,
was ich meine. Das Wenigste dort wird Sie ansprechen. Und die als unentbehrlich
deklarierten Webadressen werden Sie nicht oder höchstens eine davon einmal
besuchen. Bei Kinderbüchern versteht sich ein Interessenwandel von selbst.
Und Jugend"lektüre" ist nur der nächste Entwicklungsschritt, aber
nicht das normsetzende A und O für alle erwachsenen Altersstufen. Für
Bilder und Musik, Albernheit und Äktschn gilt das gleiche - und ebenso
für Webseiten. Davon abgesehen findet man im Internet mehr Abgeschmacktes
und Blödsinn als Lohnendes und Vernünftiges, mehr Kitsch und
Überladenes als Geschmackvolles und Kunst. Das hochgelobte Design,
überblähte Aufmachung als leerer Selbstzweck und Verzögerer des
Seitenaufbaues, die Informationsarmut, das im Kreise herunmführende
Durcheinander können wenig begeistern. Das Schlechte dominiert genau wie
bei Druckerzeugnissen und Fernsehprogrammen. Sagen Sie aber deshalb: "Ein Buch
kommt mir nicht ins Haus"?
Dabei will ich nicht behaupten, dass der Hang zu
Gehalt und Intellektuellem im Alter zwangsläufig zunimmt. Die Freude am
leeren Tralala ist auch bei Alten verbreitet und dann in meist besonders
"un-cooler" Form.
Im Aufbau sollten Seiten für Alte schon manches
erfüllen: Sie sollen besonders gut leserlich sein mit großer und
klarer Schrift, die sich gut vom Hintergrund abhebt, übersichtlich
gegliedert und ohne einen ständig auf Irrwegen herumzuschicken. Sie sollen
etwas mitteilen, nicht nur albernes Blabla, und mehr als leere Dekoration sein.
Sie sollen verständlich geschrieben sein. Sie können ruhig eine Weile
beim gleichen Thema bleiben. Unsere Konzentation läßt nicht so
schnell nach und Überdruß stellt sich nicht nach jeder Zeile ein.
Sie brauchen nicht dauernd krampfhaft unterhaltsam vom Thema abzukommen und hin
und her zu springen.
Wir sind keine Springinsfelde mehr. Etwas springen
müssen wir freilich doch. Denn zu den Errungenschaften des Internet
gehört, dass man ohne aufzustehen sekundenschnell ans andere Ende der Welt
springen kann. Und das kann noch jeder, der nicht mehr richtig hinten hoch
kommt. Fangen Sie gleich damit an! Aber bevor es an die großen
Sprünge geht, bleiben Sie ruhig noch ein bißchen hier auf meinen
Seiten.
Besuchen Sie auch mal unsere buschigen Altersgenossen, die weisen
Lohans!
Eine Seite "Senioren-Info" mit Tipps,
Links und Literaturangeboten habe ich eingestellt, seitdem ich,
hochwahrscheinlich wohlgemeinte, Hinweise erhalte, auf die ich dort verweisen
soll. Man ist für Links verantwortlich und ggf. mitschuldig. Ich habe zu
wenig Sachkenntnis und verwende bei der Fülle zu bearbeitender
Gegenstände zu wenig Zeit und Mühe auf
diese Tipps, um alle Angebote einschätzen zu können.
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Wenn Sie auf meinen Homepages
woanders hin wollen, gehen Sie zu einem der beiden Menüs (Varia,privat) oder wählen sie gleich das
Stichwortverzeichnis, von wo
aus sie überall hinkommen und wo Sie erfahren, was Sie dort
erwartet.
(verändert am 5.1.2002)