Unter den Linden: Geschichte

1573 ließ Kurfürst Johann Georg als Zugang vom Schloss zum Tiergarten (dem "grune walde") und weiter zum Spandauer Forst eine hölzerne Zugbrücke die "Neue Brücke" über den Spreekanal bauen und einen Weg bis zur Landstraße Kölln - Lietzow - Spandau anlegen. Der Tiergarten reichte damals bis etwa zum heutigen Zeughaus und wurde durch den Zugang bequemer für die Jagd erschlossen. An der Brücke, wo die Meute, vom nhen Jägerhof kommend, die Jäger erwartete, wurde bald "Hundebrücke" genannt. Es ist die heutige Schlossbrücke.
Im Dreißigjährigen Krieg verfiel die Hundebrücke und der Weg. Zu den dringlichsten Anordnungen, die Kurfürst Friedrich Wilhelm, später der Große Kurfürst benannt, 1644 nach dem Abzug der Schweden vom hollandnahen Cleve aus erließ, gehörten gärtnerische Verschönerungen des Lustgartens mit hohem Aufwand und die Anlage einer sechsreihigen Gallerie von 1000 Nussbäumen und 100 Linden auf dem Reit- und Jagdweg zwischen Lustgarten und Tiergarten. 1647 begannen die nötigen Vermessungen und der vergebliche Versuch soviele Bäume aufzutreiben. "Linden" 1652Man musste Platanen und Kastanien zur Ergänzung pflanzen. Die Allee war 942 Meter (250 Rheinländische Ruten) lang und ging bis zur heutigen Schadowstraße, wo zu dieser Zeit der Tiergarten begann. Eine Ansicht der Stadt aus NW von Caspar Merian aus dem Jahre 1652 zeigt die vor den mittelalterlichen Mauern gelegene Allee in dem schon nach 5 Jahren erreichten prächtigen Zustand. (Links ein Ausschnitt aus diesem Kupferstich.)




Linden 1690Vor allem die Nussbäume gingen bald ein: die ursprünglichen 6 Baumreihen wurden auf vier reduziert.
1657 befahl der Kurfürst die alten Stadtmauern abzureißen und die Stadt mit einem etwa 85m breiten Festungsgürtel zu umgeben. Die Allee blieb der befestigten Stadt und speziell dem Neuen oder Neustädtischen Tor vorgelagert, erhielt aber einen eigenen nach Norden ausbuchtenden Wall, der am westlichen Ende durchbrochen und durch eine Zugbrücke über den Festungsgraben geschützt war. Gleiche Durchbrüche mit je einer Zugbrücke fanden sich im Norden und Süden etwa in Höhe der heutigen Friedrichstraße, um die oben erwähnte Landstraße durchzulassen ?.

Unter den Linden 160 vorgelagert

Um 1690 wurde li. und re. eine Baumreihe vor die Häuser gesetzt und zur Königskrönung 1701 waren die ursprünglichen 6 Reihen wieder hergestellt.

Das weitere Schicksal der Gesamtgestaltung der Straße Unter den Linden, auch der Bepflanzung ist am Anfang des Häuserverzeichnisses dargestellt. Ebenso, Haus für Haus, die Baugeschichte.

(In erster Linie benutzte Literatur: LL, V L)

(letzte Änderung am 20.9.04)

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