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Stadttore Die mittelalterliche
Stadtmauer wurde von 5 Toren durchbrochen, vor denen der umgebende Wassergraben
überbrückt (oder durch Kähne
überfahrbar gemacht?) war. Es waren das Stralauer Tor
gen Osten, das Oderberger Tor in Richtung NO (später Georgentor,
ab 1701 Königstor), das Spandauer
Tor nach NW und zwei Tore der Schwesternstadt Cölln: das Teltower
Tor nach SW (später Gertraudentor
mit der Gertraudenbrücke) und das Köpenicker Tor nach
Südosten. Der Hauptarm der Spree, der Berlin und Cölln trennte,
konnte vor und hinter der Stadt durch Balken, den Oberbaum und den Unterbaum,
versperrt werden.
Die 8 m hohe, oben 6 m breite Festungsmauer, seit 1657
im Bau, war dem mittelalterlichen Mauerring unmittelbar vorgelagert, bezog aber
den südwestlich von Cölln gelegenen neuen Ortsteil Friedrichswerder
mit ein. Diese unmittelbare Vorlagerung führte im Wesentlichen zur
Beibehaltung der bisherigen Stadttore. Nur das Gertraudentor wurde duch die
südwestliche Stadterweiterung durch das vorgeschobene Leipziger Tor
ersetzt. Und zwischen diesem Leipziger Tor in Richtung SW und dem Spandauer Tor
öffnete sich das Neustädtische Tor (Neustädter Tor, Neues
Tor)in Richtung des Reitweges zum Tiergarten, aus dem die Straße
unter den Linden geworden ist, und auf die Dorotheenstadt.
Die
Erweiterung des Stadtgebiets und des begrenzenden Umfangs ließ die alten
Tore im Stadtgebiet verschwinden und führte zu neuen Stadttoren. Das
Schicksal der alten Tore teilte bei der rapiden Westerweiterung der Stadt das
Neustädter Tor. Stand es am (damaligen und bis 1936) östlichen Anfang
der "Linden", so entstand Ende des 18.Jahrhunderts an ihrem westlichen Ende das
Brandenburger Tor.
Tore, die mehr als architektonischer
Schmuck sind, setzen eine kontrollierte Stadtumgrenzung voraus. An die Stelle
der Festungsmauer trat 1705 ein Zollgrenze, die "Linie", welche die
unmittelbare Einfuhr billiger Landprodukte aus dem Umland verhindern sollte.
Sie umgab die Stadt in weiterem Abstand und bezog Landbaubetriebe und
Gärtnereien zur Versorgung der Stadt ein. Zunächst war sie ein
Palisadenzaun, ab 1724 gemauert und von da ab als Stadtmauer (Rundmauer) bezeichnet wurde.
Diese
Umgrenzung war zunächst durch 14 Tore durchbrochen: nach Osten das
Frankfurter Tor, nach Nordosten das Landsberger Tor, das
Bernauer Tor und das Prenzlauer Tor, nach Norden das
Rosenthaler Tor, westlich davon das Hamburger Tor und das Oranienburger Tor, nach Westen das
Brandenburger Tor, etwas
südlicher das Potsdamer Tor, nach Süden des Hallesche
Tor und das Kottbusser Tor, nach Südosten links der Spree das
Schlesische Tor und rechts der Spree das Mühlentor. Es
fehlt noch das Neue Tor (1835), westlich vom Oranienburger Tor in der
großen Lücke bis zum Brandenburger Tor nach der großen
Toransammlung im westlichen Norden.. Beim Ausbau der Luisenstadt entstehen nach
1843 drei weitere Tore: das Anhaltinische Tor, das Neue
Köpenicker Tor und das Wassertor..
Mit dem Wegfall der
Zoll- und Steuergrenze verloren die Tore ihre eigentliche Funktion. Fast alle
sind auch als Bauwerk verschwunden. In der Bezeichnung von Strassen,
Plätzen und Bahnstationen sind viele Namen bewahrt. Eine typische
Hinterlassenschaft ist das Vorkommen von Doppelplätzen wie des Leipziger
und des Potsdamer Platzes, des Platzes vor dem Neuen Tor und des
Robert-Koch-Platzes (bis 1932 Luisenplatz), die vor und hinter einem Tor lagen.
(Letzte Änderung 11.4.03)
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