Berlin-Notizen

I, J

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Invaliden-
Das Bestimmungswort Invaliden- schmückt in Berlin mehrere Grundwörter. Es gibt (oder gab) nicht nur eine Invalidenstraße, sondern auch einen Invalidenfriedhof, ein Invalidenhaus, einen Invalidenpark mit einer Invalidensäule und eine Invalidensiedlung. Wenn man viele Kriege führt wie die Preußen, erzeugt man auch viele Invaliden. Das so benannte Invalidenhaus eröffnete König Friedrich II nach den beiden Schlesichen Kriegen 1748 an der Kirschallee, der späteren Scharnhorststr.. Die dreiflügelige Anlage bot 631 Personen Unterkunft. Sie behielt ihr Bestimmung bis 1938 bei, bis das Gebäude in die militärärztliche Akademie einbezogen wurde. Zu DDR-Zeiten befand sich dort das Regierungskrankenhaus. Als Ersatz gründete man eine Invalidensiedlung in Frohnau. Der Invalidenfriedhof war zunächst nur Anstaltsfriedhif des Incvalidenhauses, später allgemeiner Heldenfriedhof, stand aber im 20. Jh. auch Zivilpersonden offen. 1961 endeten dort die Beerdigungen. Der Invalidenpark wurde 1843 von Lenné aus den Bataillonsgärten des Invalidenhauses entworfen und 1996 als Zwischending von Park und Platz neugestaltet. Er schließt sich nördlich der Invalidenstr. an die ehemalige militärärzliche Akademie an. Die Invalidensäule wurde urspünglich für die 24 im Kampf gegen die Märzrevolution gefallenen Söldaten errichtet, 23 von Ihnen waren dort begraben. 1948 wurde sie auf Mehrheitsbeschluss des Berliner Abgeordneten- hauses abgerissen. Seit 1997 befindet sich hier die Skulptur "Sinkende Mauer". (geändert am 11'05'04)


Invalidenstraße Die I. verlängert die Straße Alt-Moabit in ostnordöstlicher Richtung und kreuzt die Chaussestraße. Nnach Kreuzung der Brunnenstraße geht sie in die Veteranenstraße über. Nach dem nördlich von ihr befindlihen Invalidenhaus erhielt sie um 1800 ihren Namen. Bis 1865 lag sie außerhalb der Stadt und wr von ihr durch die Akzisemauer getrennt, verbunden durch das neue Tor (1835) zwischen dem Platz vor dem Neuen Tor außerhalb und dem Luisenplatz innerhalb.
Da sie in den Bezirken Tiergarten und Mite liegt, wurde sie 1961 bis 1989 durch die Berliner Mauer zwischen West- und Ostberlin getrennt. Dort Nummer?) (Nord. und Südseitenummerierung?)(
Schon in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts herrschte hier viel verkehr, denn die Straße verband den Lehrter. den Hamburger und den Stettiner Bahnhof.
Bemerkenswerte Gebäude Angabe der Hausnummern:
Nordseite
42-44 bilden ein dreiteiliges Ensemble auf dem Gelände der ehemaligen Königlichen Eisengießerei. (1804-1874)>>>
421876-1880 als Landwirtschaftliche Hochschule errichtet, 1937 als Landwirtschaftliche Fakultät der Berliner Universität, damals Friedrich-Wilhelm-Universität angegliedert.
43 Museum für Naturkunde Nach 16 Jahren Planung 1889 eingeweiht.
44 Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (Bundesbauministerium) ab 1875 als und Preußische Bergbauakademie und Geologische Landesanstalt errichtet.
48/49 Kaiser-Wilhelm-Akademie für das Militärarztliche Bildungswesen, 1905-1910 auf einem Teil des Gartens des Invalidenhauses errichtet, die sich aus dem Medizinisch-chirurgischen Friedrich-Wilhelm.Institut (Chirurgishe Pepinière) (seit 1795) entwickelt hatte. Das Gebäude wurde in der DDR für wechselnde Zwecke genutzt, eine zeitlang als Gesundheitsministerium. Seit 1996 ist es wie das Invalidenhaus in das Bundesbauministerium (s. 44) einbezogen.
Südseite
(Letzte Änderung am 110616).


Jannowitzbrücke
1822 vom Kaufmann Jannowitz erbaute hölzerne Jochbr. mit Öffnungsklappenpaaren ähnlich der alten Waisenbr.zur Verbindung der Stralauer mit der Köpenicker Vorstadt (Benennung 1925). (BR138) 1881-1883 gebaut. Der im Bau neuer Brücken sehr zurückhaltende Staat hatte den Bau von Privatbrücken als Aktiengesellschaften erlaubt, die sich durch Brückenzoll bezahlt machen sollten. 1831 wurde sie verstaatlicht, der bis 1840 weiter Zoll erhob. Umbau 1880/81 als schmiedeeiserne Fachwerkbogenbr. mit 3 Feldern, 83m lang, Verblendung aus Harzer Granit., 17m breit, 11m Fahrbahn., Doppelschienenstrang der Pferdebahn. Während des Baues flußabwärts eine Holzbr. für Fußgänger. (1888: BR135, 1904: BR22). An der Br. waren die Dampferanlegestellen der 1888 gegründeten Stern-Schiffahrtsgesellschaft. 1927 Abbruch wegen der Untertunnelung von Spree und Stadtbahn. Stählerne Behelfsbr.ücke für Fußgänger mit 60m Stützweite. Neubau 1934 fertig: fachwerkartiger Bogenträger mit abgehängter Fahrbahn, den Flusslauf mit 72 m frei überspannend. Gegen die Forderungen der Strombehörde nur 4m lichte Höhe. 1945 gesprengt, Tragwerk stüzte in die Spree. 1950/51 demontiert und verschrottet. 1952 bis 21.12.1954 Neubau. lichte Höhe von 4m kon>nte nicht verändert werden. Heute kreuzen hier Brückenstraße, Wasserstraße, Fern-, Stadtbahn und U-Bahn. (BR34,135)


Johannisthal
Bis 1929 Vorort, zum Kreis Teltow gehörig

Geschichte
1753 Erbpachtvertrag mit Johannes Werner für die königlichen Amtswiesen zwischen Rudow. Rixdorf und Köpenick, 2000 Morgen mit der Verpflichtung, Wohngebäude und Wirtschaftsräume zu bauen und 10 Kolonistenfamilien anzusiedeln. 8 zogen aus Böhmen und Sachsen zu, erhielten je 3 Morgen, waren Wollespinner-, Korb. u. Strohflechter und Siedler. Der Ortskern befand sich an der heutigen Winkelmannstr.
J. war auf dem bemühten Wege eine Luftkurort zu werden und durfte sich ab 19884 Bad Johannisthal nennen. Die Industrialisierung der Nachbargemeinden Adlershof, Nieder- und Oberschöneweide und ihre teilweise Bebauung beendeten diesen Traum in den 90er Jahren des 19.Jahrhundert. Die beginnenden Fliegerei bekräftigten das, verliehen dem Ort aber neue Bedeutung.
>> Kanne-Fließ. JIB
(Letzte Änderung 041130)


Jubiläen
Die Berlin-Jubiläen beziehen sich auf eine Urkunde von 1237 , in der Berlin nicht einmal genannt ist.
700 Jahrfeier 1937 (Ich habe als Neunjähriger an verschiedenen [mindestens 2] Veranstaltungen teilgenommen.)
750 Jahrfeier 1987
(Letzte Änderung 03'12'94)



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